Inkontinenz Operation
Bei Frauen, die nach einer Schwangerschaft an Harninkontinenz leiden, gibt es seit einigen Jahren ein Operationsverfahren, um diese Probleme zu beseitigen. Nach einer vaginalen Geburt kann es teilweise zu Komplikationen kommen, wie zum Beispiel einer Absenkung des Beckenbereiches. Dann kommt es oftmals zu einer sogenannten Stressinkontinenz, die zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Springen auftritt. Durch die Absenkung liegt die Verschlussmuskulatur nicht mehr innerhalb des Bauchraumes und bei einer Belastung wird der Druck nicht mehr oder nur noch teilweise auf den Schließmuskel übertragen und es kommt zu einer Inkontinenz. Seit 1998 wird zur Behandlung dieser Problematik das TVT-Verfahren (Tension-free Vaginal Tape) angewendet. Was geschieht bei der Inkontinenz Operation?
Der Unterleib wird dafür lokal betäubt und durch zwei kleine Schnitte am Bauch wird ein kleines Band aus einem speziellen Material (Prolene) eingeführt, welches die Harnröhre umschließt und hinter dem Schambein hochgezogen wird. Dadurch hebt sich die Harnröhre und die Muskulatur wird entlastet. Das Band wird solange angezogen, bis beim Hustentest kein Urin mehr verloren wird. Das Band muss nicht vernäht werden, es verwächst mit den unterschiedlichen Schichten der Bauchdecke. Bei über 90% der Frauen kann so eine dauerhafte Kontinenz bewirkt werden. Inzwischen gibt es auch ein verbessertes Verfahren, bei dem die Bauchschnitte unnötig werden. Hier wird das Bändchen durch einen kleinen Scheidenwandschnitt eingeführt und mit einem speziellen Vlies an der Muskulatur befestigt. Das Vlies löst sich mit der Zeit auf und das Bändchen verwächst innerhalb von 6 Wochen mit dem Körper. Eine Operation sollte allerdings immer die letzte Möglichkeit sein, bei knapp der Hälfte aller betroffenen Frauen lässt sich das Problem auch durch spezielle Gymnastikübungen beheben.